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Von Anfang an bekannt
Präqualifizierung erleichtert Bewerbung um öffentliche Aufträge
Wenn sich Betriebe um Aufträge der öffentlichen Hand bewerben, müssen sie zahlreiche Nachweise über sich erbringen. Reicht ein Unternehmen nicht alle erforderlichen Unterlagen mit ein, ist eine Bewerbung ausgeschlossen. Wer dieses Risiko und den bürokratischen Aufwand umgehen möchte, kann sich bei Präqualifizierungsstellen in eine Datenbank eintragen lassen. Seit September 2009 gibt es eine solche Datenbank für den Liefer- und Dienstleistungsbereich.

Bild: El Gaucho © Fotolia.com
Bauunternehmen kennen diese Praxis schon: Einmal im Jahr können sie sich bei Präqualifizierungsstellen (PQ-Stellen) zertifizieren lassen. Dort legen sie alle Unterlagen vor, die sie für jede öffentliche Ausschreibung einreichen müssen. Die PQ-Stelle prüft die Angaben. Ist alles da und in Ordnung, erhalten die Betriebe einen Zertifizierungscode, und ihre Unterlagen werden in eine öffentlich zugängliche Datenbank im Internet eingestellt.
Danach wird es komfortabel: Nimmt ein Betrieb an einer Ausschreibung teil, muss er dafür nur noch seinen Zertifizierungscode mitteilen. Die öffentliche Hand greift dann auf die Nachweise in der Datenbank zu. Und die sind standardisiert und vollständig. Ein entscheidender Vorteil, der Unternehmen vor Verfahrensfehlern schützt.
Wirtschaftsministerium und DIHK bieten Datenbank an
Seit September 2009 haben auch Unternehmen aus dem Liefer- und Dienstleistungsbereich die Möglichkeit, dem üblichen Aufwand öffentlicher Ausschreibungen zu entgehen. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) hat zusammen mit dem Bundeswirtschaftsministerium die Präqualifizierungsdatenbank PQ-VOL eröffnet. Baden-württembergische Unternehmen, die in diese Datenbank aufgenommen werden möchten, können sich über die IHK-Auftragsberatungsstelle Baden-Württemberg eintragen lassen (Link am Ende dieser Seite).
Liste der Nachweise
"Die Präqualifzierung ist nicht so kompliziert, wie sie sich anhört", sagt Dietrich Pelka von der Handwerkskammer Region Stuttgart. "Sie ist einfach eine vorwettbewerbliche Eignungsprüfung potenzieller Anbieter oder Lieferanten." Die von Betrieben zu erbringenden Nachweise sind klar umgrenzt:
- Gewerbeanmeldung
- Berufsregisterauszug
- Eigenerklärung zur Zahlung von Steuern und Abgaben
- Eigenerklärung zu Straftaten
- Handelsregisterauszug
- Kopie der Unbedenklichkeitsbescheinigung der Berufsgenossenschaft und Eigenerklärung über Zahlungen
- Kopie der Police einer Betriebshaftpflichtversicherung und Eigenerklärung über Zahlungen
- Eigenerklärung über Insolvenz beziehungsweise Liquidation
- eventuell Kopie der Handwerksrolleneintragung
- eventuell Bescheinigung der IHK-Mitgliedschaft
- Umsatznachweise der letzten drei Jahre
- Anzahl der Beschäftigten
- Referenzen für mindestens drei Einzelleistungen
"Das sind eine Menge Unterlagen." Unterlagen, die ohne die Präqualifizierung für jede Bewerbung erneut zusammengetragen werden müssten. "Wenn dann auch nur ein Dokument fehlt, schließen viele Behörden die Betriebe schon von vornherein aus", erläutert Dietrich Pelka. Wer sich in eine PQ-Datenbank eingetragen hat, darf sich sicher sein, dass seine Unterlagen immer komplett sind.
Vorteile für beide Seiten
Das neue Zertifizierungsverfahren macht die öffentliche Auftragsvergabe einfacher und unbürokratischer - für die öffentliche Hand wie für Unternehmen. Dietrich Pelka bilanziert: "Eines muss aber jeder Unternehmer für sich abwägen: Die jährliche Zertifizierung bei den PQ-Stellen kostet Geld. Für große Unternehmen lohnen sich die Gebühren, weil sie sich regelmäßig um öffentliche Aufträge bemühen. Kleine Betriebe, die sich nur sporadisch um Aufträge von Kommunen, Land und Bund bewerben, sollten vorher Kosten und Nutzen abwägen."
Fragen beantwortet Dietrich Pelka gerne persönlich. Telefon: 0711 1657-223.
Präqualifizierungsdatenbank PQ-VOL
PQ-VOB - Verein für die Präqualifikation von Bauunternehmen e.V.




