Ausbildung
"Wir machen Azubinen stark"
Projekt fördert junge Frauen in Männerberufen
Irgendwie klingt "Azubine" komisch. Leicht sexistisch vielleicht. Irgendwie hat sich der Begriff aber auch schon etabliert. So, wie viele junge Frauen, die heute Berufe erlernen, die früher Männerdomänen waren. Weil es aber noch immer nicht genug Frauen gibt, die sich in die technischen Berufe wagen, gibt es jetzt ein Projekt der Landesstiftung Baden-Württemberg: In der Initiative Wir machen Azubinen stark sollen weibliche Azubis und Ausbilder gemeinsam die Ausbildungssituation verbessern.

Technische Berufe sind unter jungen Frauen nach wie vor nicht sehr beliebt. Entscheiden sie sich aber dennoch dafür, sind die Ausbildungsbedingungen in der von Männern geprägten Umgebung nicht einfach. Frauen brechen deswegen ihre Ausbildung etwas häufiger ab als ihre männlichen Kollegen. Ein Grund dafür ist, dass Vorgesetzte die Probleme der weiblichen Auszubildenden nicht erkennen. Sie schwärmen zwar gerne davon, dass Azubinen leistungsfähiger seien und über eine höhere Sozialkompetenz verfügten. Aber die Sorgen und Nöte in der Ausbildung der jungen Frauen treten selten zu Tage. Dabei geht es nicht nur um blöde Sprüche männlicher Ausbildungskollegen. Vor allem geht es um die Rollenverteilung zwischen Männern und Frauen, und darum, wie sich auf den Alltag im Betrieb auswirkt.
Chancen=Gleichheit
Das Projekt Wir machen Azubinen stark hat die Landesstiftung Baden-Württemberg im Rahmen des Programms Chancen=Gleichheit - Gleiche Chancen für Frauen und Männer aufgelegt. Es wird von der Kontaktstelle Frau und Beruf an den drei Standorten Ludwigsburg, Mannheim und Reutlingen umgesetzt. Die Ludwigsburger Projektleiterin Anke Wiest möchte vor allem das Bewusstsein für die Lage der Mädchen schärfen. "Aus diesem Grund richtet sich das Projekt an beide Seiten: an Auszubildende sowie an Ausbilder und Berufschullehrer in technischen Berufen", sagt sie.

Chancen=Gleichheit. Gleiche Chancen für Frauen und Männer ist ein Programm der Landesstiftung Baden-Württemberg. Das Ministerium für Arbeit und Soziales und das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg begleiten das Programm und sind von der Landesstiftung mit der Projektträgerschaft beauftragt.
Angebote des Projekts
Die Beratungsstelle Frau und Beruf in Ludwigsburg bietet Betrieben und Berufsschulen zwei kostenlose Qualifizierungsseminare an. Sie sollen den Ausbildern helfen, auf die Bedürfnisse und die Probleme weiblicher Azubis in der Ausbildung einzugehen. Für Frauen in technischen oder gewerblichen Ausbildungsberufen stellt die Beratungsstelle ein Paket von Seminaren und Coachings in den Bereichen Kommunikation, Selbstbehauptung und Konfliktfähigkeit bereit. "Neben guten fachlichen Kenntnissen gehören zum beruflichen Erfolg auch eine gute Portion Selbstbewusstsein und Durchsetzungsvermögen", erläutert die Projektleiterin. AnkeWiest beschreibt es als Ziel der Maßnahme, die Ausbildungsbedingungen langfristig positiv zu beeinflussen und Ausbildungsabbrüche zu vermeiden.
Projektinformationen und Termine
Die Gesamtförderdauer des Projekts reicht von November 2007 bis Juli 2010. Für Personalverantwortliche, Ausbilder und Azubinen startet der erste Qualifizierungsdurchgang im Mai 2008 und der zweite im Mai 2009. Mädchen aus allen drei Ausbildungsjahren können in das Projekt einsteigen. Für Auszubildende kostet das gesamte Paket 25 Euro. Es enthält sechs Seminare einschließlich Gruppen- und, nach Bedarf, Einzelcoachings. Seminartermine und -themen stehen in den Anmeldungsformularen am Ende dieser Seite.
Weitere Informationen erhalten Sie bei der Beratungsstelle Frau und Beruf in Ludwigsburg. Ansprechpartnerinnen sind Birgit Opielka, Telefon: 07141 2981930 und Anke Wiest, Telefon: 07141 920763.
Beratungsstelle Frau und Beruf
Mail an die Beratungsstelle Frau und Beruf
Projekttermine der Beratungsstelle
Landesstiftung Baden-Württemberg
Anmeldung Azubinen (pdf-Dokument, 77 KB)
Anmeldung Personal- und Ausbildungsverantwortliche (pdf-Dokument, 51 KB)


