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Ein revolutionäres Sozialmodell für Deutschland?
dm-Chef spricht im Forum der Handwerkskammer
Prof. Götz Wolfgang Werner ist nicht nur durch seine erfolgreiche Drogeriekette dm bekannt. Auch mit seinen Vorschlägen für ein revolutionäres Sozialmodell für Deutschland hat er sich einen Namen gemacht, der für Aufmerksamkeit sorgt. Dieses Sozialmodell erläutert Werner am 25. Januar 2008 im ersten Vortrag des Jahres aus der Reihe Zukunftsforum im Handwerk.

Von Januar bis April erstreckt sich im Jahr 2008 die Vortragsreihe Zukunftsforum im Handwerk. Die Handwerkskammer Region Stuttgart hat in diesem Zeitraum vier interessante Themenabende untergebracht, an denen namhafte Referenten aktuelle Fragen der Zeit aufgreifen. Am 25. Januar 2008 um 19:30 Uhr startet das Zukunftsforum mit dem provokanten Vortrag von Prof. Götz W. Werner: Mein Zukunftsmodell für Deutschland.
Einkommen ohne Bedingungen
Politiker streiten sich über die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme. Prof. Götz W. Werner hat ein Sozialmodell für Deutschland entwickelt, das einen radikalen Umbau des bestehenden Systems mit sich bringen würde. Er schlägt ein bedingungsloses Grundeinkommen für alle deutschen Staatsbürger vor: ein Einkommen, das jedem zur Verfügung steht, weil es ihn gibt. Ein Einkommen, das vom Faktor Arbeit vollkommen losgelöst ist.
Parallel zur Idee des bedingungslosen Grundeinkommens denkt Werner auch an ein vereinfachtes Steuersystem. Er schlägt vor, dass es nur noch eine Steuerart geben soll, die Konsumsteuer. Alle anderen Steuern entfielen dann. Mit Hilfe der Konsumsteuer würde der Staat das Grundeinkommen der Bürger finanzieren. Dazu müsse die Konsumsteuer auf 48 Prozent des Einkommens erhoben werden, rechnet Werner vor.
Thesen des Sozialmodells
Werner geht davon aus, dass sich durch die Rationalisierung und Automatisierung der Produktionsprozesse keine Vollbeschäftigung mehr erreichen lässt. Dabei sagt er ein paradoxes Szenario vorher, demzufolge trotz wachsender Produktivität immer mehr Menschen durch Arbeitslosigkeit verarmen. Reichtum werde immer ungleicher verteilt, eine Verteilungskrise sei die Folge.
Vorteile für Arbeitnehmer und Arbeitgeber
Mit seinen Vorschlägen verbindet Götz W. Werner eine schöne soziale Utopie: Durch die Abschaffung der meisten Steuern ließe sich die staatliche Bürokratie umfangreich abbauen. Für Unternehmen entfielen alle sozialen Steuern für Arbeitnehmer. Alle Bürger müssten ausschließlich in eigener Verantwortung ihre Kranken- und Pflegeversicherung bezahlen. Arbeit würde so für Arbeitgeber billiger werden. Dadurch könnten neue Arbeitsplätze entstehen. Und natürlich hätten diejenigen, die bisher schwarz gearbeitet haben, plötzlich legale Jobs.
Auf der anderen Seite müssten Arbeitnehmer keine Steuern für ihre erbrachten Leistungen erbringen. Durch das garantierte Grundeinkommen hätten nach Werners Auffassung Menschen Freude an effektiver Arbeit. Denn niemand würde mehr arbeiten, um seine Existenz zu sichern, sondern weil er in der Arbeit seine Erfüllung fände.
Ein erfolgreicher Unternehmer
Prof. Götz W. Werner, 1944 in Heidelberg geboren, gründete nach einer Drogistenlehre 1973 seine erste Drogerie in Karlsruhe. Heute ist er geschäftsführender Gesellschafter der Drogeriekette dm. Seine Kette ist die Nummer zwei der deutschen Drogeriefachmärkte. Im abgelaufenen Geschäftsjahr 2006/2007 konnte das Unternehmen ein Umsatzwachstum von insgesamt 13 Prozent erreichen. Es betreibt rund 1849 Filialen in neun europäischen Ländern und beschäftigt 27.000 Mitarbeiter. Auch für das Jahr 2008 plant das Unternehmen, weitere Filialen im Inland und Ausland zu eröffnen.
Prof. Werner ist unter anderem Vorsitzender der Initiative Unternimm die Zukunft und seit 2003 Professor des Instituts für Entrepreneurship an der Universität Karlsruhe (TH).
Einladung
Zu der kostenlosen Vortragsveranstaltung und zum anschließenden Stehempfang mit Bier und Brezeln lädt die Handwerkskammer Region Stuttgart Sie herzlich ein. Sie findet statt im Forum der Handwerkskammer Region Stuttgart, Heilbronner Straße 43 in Stuttgart. Wir bitten um eine Anmeldung mit dem Formular am Ende dieser Seite.
Einladungsflyer (pdf-Dokument, 107 KB)
Portal "Unternimm die Zukunft"




