Handwerkskammer Region Stuttgart

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Aktuell - Sonderthema 2009

Wirtschaft in der Krise

Wie geht es bergauf, wenn alles bergab geht?

Die Jahre 2007 und 2008 sowie die erste Jahreshälfte 2009 haben in der Weltwirtschaft vieles verändert. Eine deutliche Rezession entwickelte sich zu einer echten Wirtschaftskrise, die mit einem gewissen zeitlichen Verzug auch auf den Mitteltand durchschlägt. - Unser Sonderthema 2009 erklärt, was mittelständische Unternehmen tun können, um mit den Folgen der Krise souverän umzugehen - und, was sie tun sollten, wenn die Krise sie schon voll erwischt hat.

Symbolbild: Weltwirtschaftskrise
Bild: olly © fotolia.com

Alles begann im Jahr 2008 in den USA. Oder im Jahr 2007. Das ist Ansichtssache. Jedenfalls hatten sich in den Vereinigten Staaten die Preise für Immobilien über Jahre hinweg immer weiter nach oben bewegt. Wer ein Einfamilienhaus besaß, durfte in dem Bewusstsein leben, reich zu sein. Konsumfreudige US-Amerikaner konnten sich von ihren Banken jederzeit Kredite besorgen, die sie mit ihren vermeintlich wertvollen Häusern absicherten. Die Banken warben sogar aggressiv für diese Form der Kreditvergabe.

Im Laufe des Jahres 2007 waren an Häusern interessierte Amerikaner irgendwann nicht mehr bereit, immer höhere Preise für Immobilien hinzunehmen. Makler wurden zum Verkauf stehende Gebäude nicht mehr so einfach los, wie noch vor kurzer Zeit. Der Markt war gesättigt, die Immobilienpreise begannen zu fallen. Damit nicht genug. Ab 2008 machten sich in den USA andere Zeichen einer Wirtschaftskrise bemerkbar: Die Zahl der Arbeitslosen wuchs, Banken verteuerten die Kreditzinsen. Viele Kreditnehmer, insbesondere die beschäftigungslos gewordenen, konnten ihre Kreditraten nicht mehr aufbringen. Privathaushalte überschuldeten sich, Kredite platzten. Zunächst nur die kaum abgesicherten, zweitklassigen Subprime-Kredite, dann auch klassische Hypothekenkredite.

Jetzt begann jener Dominoeffekt, der innerhalb eines Jahres die gesamte Weltwirtschaft erfasste. Versicherer mussten für nicht mehr zurückgezahlte Kredite einspringen, Banken, die verliehenes Geld nicht mehr zurückbekommen hatten, blieben Banken eigene Kreditsummen schuldig. Die US-Regierung sah sich gezwungen, die beiden größten Hypothekenbanken der Vereinigten Staaten zu übernehmen. An den Börsen brachen die Aktienkurse ein, Lehman Brothers, die größte Investmentbank der USA, musste Insolvenz anmelden, weitere Kreditinstitute folgten ihr.

Im Sommer 2008 breitete sich die Finanzmarktkrise über die eng miteinander verflochtenen Kreditinstitute nach Asien und nach Europa aus, wo im Dezember 2008 fünf der EU-Staaten gegen den Stabilitäts- und Wachstumspakt der Europäischen Union verstoßen mussten. Zeitgleich weitete sich die Finanzmarktkrise in den USA zu einer Krise der Automobilindustrie aus, deren auffälligste Indikatoren die Insolvenzanträge von General Motors und Chrysler waren. 2009 riss die GM-Insolvenz auch den deutschen Autobauer Opel in den Abgrund. Als Tochterunternehmen von General Motors war es über Monate davon bedroht, in der Insolvenzmasse von GM aufzugehen, ehe es durch ein umstrittenes, von der Bundesregierung vermitteltes, Maßnahmenpaket von einem privaten Investorenkonsortium vorerst gerettet werden konnte. Seitdem hören die Schreckensmeldungen nicht auf. Längst befinden sich weite Teile der deutschen Wirtschaft in der Krise, deren Stationen sich mit einigen großen Namen umschreiben lassen: Hypo Real Estate, Märklin, Continental, Opel, Arcandor, Porsche. Gerade die Automobilindustrie ist betroffen. Zu Jahresbeginn 2009 meldete Daimler Kurzarbeit an, und als gäbe es nicht schon Probleme genug, ringen Volkswagen und Porsche um Beteiligungen und Machtstrukturen.

Mittelstand im Sog der Krise

Die mittelständische Wirtschaft gerät mit einigem zeitlichem Verzug in die Schockwellen der Weltwirtschaftskrise. Gerade die Handwerksbetriebe der Region Stuttgart sind als Zulieferer der Automobilindustrie, der metallverarbeitenden Industriezweige und der Elektrobranche mitbetroffen, wenn die Bänder in Untertürkheim oder Zuffenhausen stockender laufen als in früheren Jahren. Unverschuldet kann so manches Handwerksunternehmen als Folge globaler Verwicklungen in den Sog der großen Krise geraten.

Die Handwerkskammer Region Stuttgart hat schon vor Monaten reagiert und ihr Beratungsangebot ausgeweitet. Sie hat eine telefonische Krisen-Hotline eingerichtet, ein Faltblatt aufgelegt und bietet Informationsveranstaltungen an. Die Internetseiten der Handwerkskammer ergänzen dieses Angebot im Jahr 2009 durch das Sonderthema Wirtschaft in der Krise. Es zeigt, wie Unternehmen herausfinden können, ob sie, bislang vielleicht unbemerkt, schon Opfer der Wirtschaftskrise geworden sind, welche Schritte sich nun anbieten und wie sich Wirtschaftskrisen trotz allem überstehen lassen.


"Insolvenz trifft den Betrieb selten unvermittelt"

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Wie beginnen Krisen im Betrieb? In welchen Phasen verlaufen sie typischerweise? Wann und wie muss das Unternehmen handeln? - Wir sagen es Ihnen.
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Krisen haben Ursachen, und weil das so ist, lassen sich Gefahren ein Stück weit vorhersagen. Durch Risikoanalysen lassen sich zumindest einige Bedrohungen entschärfen.
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Stecken Unternehmen tief in der Krise, kann es zur Zahlungsunfähigkeit kommen. Ein rechtzeitig eingeleitetes Insolvenzverfahren kann dann die beste Lösung sein.
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Allgemeine Wirtschaftskrise oder individuelle Unternehmenskrise: Beides kann verheerend sein. Manchmal helfen Beratungsangebote und nüchterne Überlegungen aber in die Normalität zurück.
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